Oderberg hat ein Haus, das Zuzugswilligen für eine befristete Zeit als Unterkunft zur Verfügung steht. In dieser Zeit richten sie ein weiteres Haus im Bestand der denkmalgeschützten Altstadt her, um dann die Option zu haben dort einzuziehen. Das so frei werdende „Ankommenshaus“ kann von neuem von Instandsetzern bezogen werden. Das Haus steht allen zur Verfügung, die sich in Oderberg niederlassen wollen, nur dass Flüchtlinge mit Bleiberecht Vorrang haben.

Kontext

30 – 40 % der Gebäude in Oderbergs Altstadt und in der südlichen Vorstadt sind ungenutzt. Läden sind geschlossen. Die Abwanderung hält an und wird durch Zuwanderung (noch) nicht kompensiert. Die Grundschule ist leistungsfähig und gefragt, hat aber mit Mängeln und Widrigkeiten am Gebäude und im näheren Umfeld zu kämpfen. Eine Verbesserung der Situation ist zwar angebahnt, aber angesichts der Überschuldung der Stadt fraglich. Der letzte verbliebene größere Arbeitsgeber Stahlbau Oderberg wurde in diesem Jahr endgültig abgewickelt. Das beschreibt nicht die Lage im Ganzen, aber das „Weg-von-Scenario“.

Die Sanierung des Ankommenshauses wird aus den Mitteln finanziert, die ohnehin für die Schaffung von Flüchtlingsunterkünften bereitgestellt wird. Der Kreis kooperiert dabei mit Bildungseinrichtungen, die mit der Qualifizierung von Flüchtlingen beauftragt sind. Das Projektbüro kann im Rathaus oder, falls das Sternehaus einen Laden hat, auch dort eingerichtet werden. Es sollten bevorzugt Familien angeworben werden. Bis dahin müssen sich allerdings Einrichtungen wie Kindergarten und Schulen in die Lage versetzt haben, diese Familien willkommen zu heißen. Von Anfang an sollte die Arbeit des Projekts darauf gerichtet sein, die Integration als ein Gewinn für alle erfahrbar zu machen. Beteiligungsangebote an die Oderberger sind daher ein wichtiger Baustein des Vorhabens. Für den Landkreis sind Bildungsoffensive und Erneuerbare Energie, bzw. CO2-Reduktion zentrale Bausteine der Zukunftsorientierung. Andererseits soll auch die baugeschichtliche Signatur Oderbergs herausgestellt werden. So heißt die Botschaft, gerade mit Zuwanderung stärken wir die Identität der Stadt. Die WiO braucht auf jeden Fall ein starkes Signal des Landkreises, welche Rolle der Stadt in der Frage der Ansiedlung von Flüchtlingen zugetraut wird.