Das Angebot des Bazars der Talente richtet sich an alle, die bereit sind ehrenamtliche Arbeit zu leisten bzw. diese zu unterstützen und damit eine Gemeinschaft bilden, die Geflüchtete und Zuwanderer aufnimmt. Insbesondere Geflüchtete, die keiner regulären Arbeit nachgehen können, sei es dass sie keine Arbeit finden oder noch keine Arbeitserlaubnis haben,  erhalten so Gelegenheit, tätig zu werden. In einer Arbeitsgesellschaft findet Integration durch Arbeit statt. Dieses Angebot gilt deshalb ebenso für Arbeitslose. Aber ebenso für Beschäftigte, Schüler und Rentner. Zu diesem Zweck sollen die Sozialverbände, Kirche, Schule, Kindergarten und Vereine einbezogen werden. Damit wird zugleich der ehrenamtliche Charakter des Projekts gestärkt. Das Projekt soll zugleich auch über die zivilgesellschaftlichen Einrichtungen hinausweisen. So werden die Tätigkeitfelder auf haushaltsnahe Dienstleistungen in der Nachbarschaftshilfe erweitert.

Wie finden Angebot und Nachfrage zueinander?

Das Projekt wird beworben und den Interessierten wird die Arbeit mit einem Kompetenzpass angeboten. Wer dann mitmachen will, wird zu einer Gesprächsrunde gebeten. Danach kann die Aufnahme in das Projekt stattfinden. Es gibt ein Raster für die Darstellung der Kompetenzen. Dazu gibt es zwei Präsentationsformen – mit und ohne persönliche Daten. Letztere wird im Kompetenzatlas dargestellt. (Internet) Alle, die in dieses Netzwerk (Intranet) aufgenommen sind, können nun ihre Kompetenzen wechselseitig ergänzen und tauschen. Vorausgesetzt, sie haben einmalig die Netzwährung erworben. Kooptierte zivilgesellschaftliche Organisationen können jederzeit Sterntaler erwerben. Ebenso Privatpersonen, die sich kooptieren lassen.
Der Kompetenzpass wird mit Kompetenz-Pass-Partys unter die Leute gebracht. Das kann analog der Promotion-Party wie Tupperware oder Thermomix stattfinden. Man lädt den Bekanntenkreis zum Essen, Anstelle des Thermomixers least man vom BAZAR der TALENTE einen Koch, eine Köchin und lässt sich ein Essen zaubern. Dafür hat man wirklich mal Zeit für seine Gäste und lädt sie zum Mitmachen ein. Das nächste Mal revanchiert man sich und kocht sein Vorzeigegericht für einen Einladenden.
Finden sich genügend Teilnehmer, so entsteht ein Kompetenz-Atlas für die Region, der das Potenzial seiner Bewohner erschließt. Damit entsteht ein Standortprofil, welches angesichts des Fachkräftemangels die Attraktivität der Region sichtbar macht. Deshalb ist hierfür auch die regionale Wirtschaftsförderung als Partner willkommen.

Wie sollen Einnahmen erzielt werden?

Wenn diese mit Sterntalern abgegolten werden, die zuvor mit Euros bezahlt wurden, handelt es sich auf Seiten der helfenden Person nicht mehr um (möglicherweise angefeindete oder umstrittene) Einnahmen, sondern um einen Beitrag, der einer gemeinnützigen Einrichtung zu Gute kommt. Wenn also Betriebskosten gedeckt sind, können Überschüsse erzielt werden.

Was sollen die Beteiligten davon haben?

Die Ziele entsprechen weitgehend denen der Ehrenamtsagenturen (vgl. „Freiwillig in Eberswalde“). Wenn das Projekt ausreichend erfolgreich wird und entsprechende Einnahmen erzielt, kann es mit einem Konzept des Bürgerbudgets verbunden werden. Dazu soll die Kreissparkasse als Partner gewonnen werden. Sie könnte dazu einen Matching-Fond bilden. Über das Budget sollte – anders als in Eberswalde – nicht nur abgestimmt, sondern im partizipativen Diskurs verhandelt werden. Selbstwirksamkeit wird dann erfahrbar, nicht nur als Privatperson, sondern als Teil der Bürgergesellschaft. Bürgergesellschaft in diesem Sinne vereint dann diejenigen, die sich einbringen – unabhängig von Status und Herkunft.

Und sonst?

Ziel des Projekts ist also die schrittweise Annäherung und Begegnung von Oderbergern und Zugezogenen, die sich in konkreter Tätigkeit und Nachbarschaft begegnen. Wenn dies dazu führt, dass sich damit auch die Häuser öffnen und damit Geflüchtete nicht nur Zuflucht finden sondern auch Zukunft, dann haben wir ein Modell dafür, dass Zuwanderung nicht nur dort stattfinden muss, wo auf Grund von Zuwanderung, städtebauliche, soziale und andere Probleme kumulieren, sondern umgekehrt zur Belebung und Entspannung führen. Deshalb braucht das Projekt eine konkrete Zielorientierung in Form des Ankommenshauses. (Folgeprojekt)